presseartikel Internatskapelle

 

 

 

 

 


Vorlesen oder wie man gedruckte Buchstaben zum Leben erweckt

Wie jedes Jahr vor Weihnachten messen sich die Sechstklässler deutschlandweit in einer anderen Disziplin als einer sportlichen. Es geht nicht darum, wer „höher, schneller, weiter“ springt rennt oder wirft, sondern darum sinnvoll Buchstaben zu Wörter, Wörter zu Sätzen und Sätze zu Geschichten werden zu lassen, die den Zuhörer fesseln und in eine andere Welt versetzen. Kurzum, auch heuer fand der jährliche Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen, der seit 1959 jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen veranstaltet wird und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. An diesem zu den größten bundesweiten zählenden Schülerwettbewerben beteiligen sich fast 700.000 Schülerinnen und Schüler jedes Jahr. Auch am Gymnasium Pfarrkirchen galt es nun den Schulsieger zu küren, nachdem die Klassensieger bereits ermittelt wurden und nun gegeneinander antraten. Die Klasse 6a vertrat dabei Charlotte Sammer, die 6b Eva Koskowski, die 6c Eva Streitberger und die 6d Fanny Haslböck.

Mit gebührendem Abstand und mit Maske zeigten die vier Mädchen coronabedingt leider nur der Jury, bestehend aus den Deutschlehrern, der Organisatorin und dem Vertreter der Buchhandlung Böhm, die dankenswerter Weise wie jedes Jahr den Buchpreis für die Schulsiegerin spendete, ihr Können. Die besten Vorleserinnen jeder Klasse traten in diesem reinen Mädchenfinale aufeinander folgend gegeneinander an, im ersten Teil mit einer Passage aus einem selbst gewählten Buch, im zweiten Teil beim Vorlesen eines unbekannten Textes, dem spannenden Jugendthriller „City Spies“. Wie fast jedes Jahr fiel es der Jury nicht leicht, aus den viele tollen Vorlesemomenten die beste Leserin herauszufinden. Letztlich hat sich in diesem knappen Finale Eva Streitberger gegen starke Konkurrenten durchgesetzt und vertritt nun das Gymnasium Pfarrkirchen auf der Kreisebene.

Vorlesewettbewerb 2021

Von links:

Charlotte Sammer, Eva Koskowski, Eva Streitberger, Fanny Haslböck, OStD Andreas Rohbogner

 

 

 

 

 


 

 

 

 


„Wir werden uns mit den Taliban arrangieren müssen“

Afghanistan nach dem Abzug des Westens –

Vortrag der Europäischen Akademie Bayern am Gymnasium Pfarrkirchen

Aktueller kann ein Vortrag zur Geschichte eines Landes nicht sein – so zumindest der Eindruck der angehenden Abiturienten des Gymnasiums Pfarrkirchen. Unter dem Titel „Mission accomplished? - Nach ISAF und Resolute Support ist das Islamische Emirat in Afghanistan zurück“ referierte der Politikwissenschaftler Jochen Zellner von der Europäischen Akademie Bayern auf Einladung von Geschichts- und Sozialkundelehrer Stephan Katzbichler über die historischen, gesellschaftlichen und religiösen Besonderheiten Afghanistans und ging dabei auch auf die Rückkehr der Taliban an der Spitze des Landes am Hindukusch ein.

„Die aktuellen Ereignisse in Afghanistan sind nur zu verstehen, wenn man die historischen Zusammenhänge berücksichtigt“, gab der Referent eingangs zu bedenken. Anhand von eindrucksvollem Bild- und Kartenmaterial zeigte Johann Zellner die Entwicklung des Landes im 19. und 20. Jahrhundert auf. Afghanistan, machte der Referent deutlich, sei seit rund 200 Jahren ein Land „zwischen den Mächten“, dessen Eigenheiten nicht unter Zuhilfenahme westlicher Leitbilder verstanden und bewertet werden dürften. Denn das vorderasiatische Land mit seinen rund 38 Millionen Einwohnern und 49 verschiedenen Sprachen ist geprägt von großer Vielfalt, die sich auch in immer wieder kehrenden Konflikten zwischen den Ethnien der Paschtunen und Tadschiken sowie den Glaubensgruppen der Schiiten und Sunniten äußern.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund habe die im Jahr 2001 angelaufene Afghanistan-Operation unter Beteiligung zahlreicher NATO-Staaten ihr Ziel letztlich deutlich verfehlt, das Land nachhaltig zu konsolidieren und stabilisieren. Spätestens seit dem im Februar 2020 von den USA angekündigten Truppenabzug sei klar gewesen, dass die Taliban nach und nach das Land wieder unter ihre Kontrolle bringen würden. Mit dem Einmarsch der Taliban in Kabul und der Besetzung des Präsidentenpalastes im August dieses Jahres sei dies letztlich auch bittere Realität geworden.

Die zahlreichen Fragen aus den Reihen der Schülerschaft nach der Rolle der Ortskräfte, dem Schicksal von Frauen und Mädchen sowie der Rolle der USA im Konflikt machten deutlich, wie brisant das Thema ist und wie sehr es die jungen Erwachsenen beschäftigt. Und wie ist es um die Zukunft Afghanistans bestellt? Weiterhin dringend notwendig sei Hilfe für die Menschen in Afghanistan vor Ort, vor allem im Hinblick auf den nahenden Winter, betonte Jochen Zellner abschließend, fügte aber hinzu: „Wir werden uns in den nächsten Jahren mit einem von den Taliban dominierten Emirat in Afghanistan arrangieren müssen.“

                                                                                                                                                                                                                                     Stephan Katzbichler
                                                                                                                                                                                                                                     Dez 2021

 

 

 

 


Besuch der Apotheke im Ethik Unterricht Oh nein – ich bin schwanger. Was nun? - Am 4. Oktober besuchte Herr Gruber von der Rathausapotheke die Ethik-Gruppe der 9. und 10. Klassen und informierte die Schülerinnen und Schüler, wie die Apotheke Jugendlichen bei einer ungewollten Schwangerschaft helfen kann. Damit Schülerinnen und Schüler sich selbst ein Urteil bilden können, wie sie in diesen überfordernden Situationen besonnen reagieren oder Mitmenschen helfen können, ist es wichtig, sie über ihre Möglichkeiten zu informieren und aufzuklären. In ruhiger und konzentrierter Atmosphäre stellte sich deswegen Herr Gruber den Fragen der Jugendlichen ohne sie zu belehren, und gab seine Erfahrungen weiter. Der Ethik-Unterricht bietet hierbei eine gute Möglichkeit, Jugendlichen eine Plattform zu geben, in der sie den Mut aufbringen, heikle Fragen zu stellen, sowie ihre Meinung und Ansichten austauschen können.

Peter Müller
Okt 2021