Als Ersatz für die eigentlich Fahrt in den Bayerischen Landtag waren die Klassen 10ab und 10beE im Rahmen des Sozialkunde-Unterrichts nun „digital“ zu Gast im Maximilianeum. Auf dem Instagram-Kanal des Bayerischen Landtags schilderten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke.

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Stephan Katzbichler
Juli 2021

 

 


 GymPAN Lesung Pröse

„So ein herrlicher Tag und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerüttelt und geweckt werden.“ Diese Worte sagte Sophie Scholl kurz vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943. Ein Jahr zuvor hatte die damals 21-Jährige gemeinsam mit ihrem Bruder Hans die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegründet. Ihren offenen Widerstand gegen Hitler bezahlte sie mit dem Leben. Zum Gedenken an Sophie Scholl, die heuer 100 Jahre alt geworden wäre, lud das Gymnasium Pfarrkirchen den Journalisten Tim Pröse ein, den Schülerinnen und Schüler der Q11 aus seinem Buch „Jahrhundertzeugen – Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler“ vorzulesen. Schulleiter Andreas Rohbogner und Geschichtslehrer Stephan Katzbichler begrüßten den Autor in der Aula und zeigten sich sichtlich erfreut, dass nach einer langen Corona-Pause solche, das Schulleben bereichernde Veranstaltungen nun endlich wieder möglich sind.

Eine ungewohnte Stille herrscht während der Lesung in der Aula des Gymnasiums. Gebannt lauschen Schüler und Lehrer der emotionalen Erzählung des Autors. Er erzählt von den Mitgliedern der Weißen Rose, von Sophie Scholls Eltern, von ihrem Freund Fritz Hartnagel und ihrem Heimatort Forchtenberg. Immer wieder unterbricht er seinen Vortrag, um Zitate hervorzuheben oder kleine Anekdoten einzustreuen. So erfahren die Zuhörer unter anderem, dass Sophie Scholl als junges Mädchen zunächst vom Nationalsozialismus begeistert ist. Doch mit Kriegsbeginn kommen ihr Zweifel an diesem Regime gekommen. Gemeinsam mit anderen Studenten ruft sie gegen Hitler auf und verteilt Flugblätter. Und entscheidet sich damit bewusst für den Widerstand. Obwohl sie weiß, dass dies ihr das Leben kosten kann. Selbst am Tag ihrer Hinrichtung bereut sie ihre Entscheidung nicht.

 Pröse erzählt von den letzten Stunden der Geschwister Scholl vor ihrer Hinrichtung. In der Aula der Schule herrscht eine bedrückende Stille. „Die Minuten dehnen sich zur Ewigkeit. Endlich. 5 Uhr, 5.04 Uhr, 5.08 Uhr.“ Sophie Scholl war die Erste, die um 17 Uhr zur Fallschwertmaschine geführt wurde. Ganze sechs Sekunden dauerte es. Dann war sie tot. Doch ihre Botschaft, so der Autor, wirke bis heute: „Freiheit und ein friedliches Miteinander. Sophie Scholl ist gestorben. Aber ihre Idee ist höchst lebendig und lebt unter anderem hier.“ Pröse, der in München lebt, ist beeindruckt von den Schülern und ihrer Neugierde, die sich in zahlreichen Fragen an den Autor im Anschluss der Lesung äußert.

Stephan Katzbichler
Juli 2021

 

 


Inhalte über die DDR und das Leben in einer Diktatur im Geschichtsunterricht zu besprechen, ist eine Sache, aber die Möglichkeit, einem Zeitzeugen dabei zuzuhören, wie er diese Zeit durchlebt hat, eine ganz andere. Christian Koch ist einer von denjenigen, denen das Leben im SED-Staat zu eng wurde, die einen Fluchtversuch riskierten und schließlich eine Haftstrafe in einem Stasi-Gefängnis verbüßen mussten. Im Rahmen einer Video-Konferenz hatten wir die Chance, einen Einblick in seine Geschichte zu erhalten.

Koch Christian heute groß

Zeitzeuge Christian Koch

Der damals in Thüringen lebende junge Mann, wollte schon als Jugendlicher nicht in der DDR großwerden und fühlte sich vom „richtigen“ Leben in der Welt ausgeschlossen. Es gab zu viele auferlegte Hindernisse, die einen davon abhielten, sich individuell zu entwickeln, denn schließlich sollte alles nach den Vorgaben der Regierung ablaufen. „Es ging nicht darum, dass es anderswo schöner war, sondern in der DDR unerträglich!“, schilderte der Zeitzeuge seine damalige Motivation. Aus diesem Gedanken heraus überlegte er, wie viele andere auch, aus der Diktatur zu fliehen – bedauerlicherweise gelang ihm der Plan nicht.

Es folgten eine wochenlange Haft, abzusitzen in einem kleinen Raum ohne Licht und Fenster. Abgeschnitten von anderen Menschen, Freunden, Familie und der Welt im Allgemeinen – „der Mensch wird gebrochen. Die einzige Chance, sich nicht in den leeren, leblosen Zellen zu verlieren, war Kraft aus sich selbst zu schöpfen“, gab Herr Koch einen Einblick in seine damalige Gefühlwelt. „Die Tage ziehen sich, aber sie gehen vorbei. Jedes Detail wird zweimal, dreimal, viermal betrachtet.“ 1978 wird Herr Koch schließlich von der Bundesrepublik freigekauft - ein Glück, das nicht jeder genießen konnte.

Auf die Frage, ob er heute glücklich sei, antwortet er zögerlich, aber letztlich sei er mit sich, seiner Geschichte und den Geschehnissen im Reinen – auch wenn man ihm den Schmerz in seinen Augen dabei anmerkt.

Laura Engel, 10eE
Mai 2021

 

 


Foto Frau Bultmann Herr Arnold

Wie sieht eine aktuelle Version des Theaterstücks „Emilia Galotti“ aus? Welche Aufgaben hat eigentlich eine Dramaturgin? Wie wird man Regisseur? Und: Welchen Einfluss hat die Pandemie auf den Theaterbetrieb?

Diese und weitere Fragen stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a im Deutschunterricht im Rahmen der Behandlung des Trauerspiels „Emilia Galotti“ von Gotthold Ephraim Lessing.

Nachdem die Klasse zunächst das Stück gelesen und besprochen hatte, sollte sie auch etwas Theaterluft schnuppern. Doch wie? Der Theaterbetrieb ist eingestellt und davon abgesehen steht das Stück in der Nähe nicht auf dem Programm. Aufführungen im Internet oder auf DVD sind teils nicht mehr aktuell.

Erfreulicherweise erklärten sich Hilke Bultmann, leitende Dramaturgin Schauspiel des Theaters Lüneburg, sowie Jakob Arnold, der Regisseur des Theaterstücks „Emilia Galotti“, bereit, sich am 04.05.2021virtuell über das Stück zu unterhalten. Als der Spielbetrieb im Frühjahr 2020 eing

estellt werden musste, stand im Theater Lüneburg ihre EMILIA GALOTTI kurz vor der Premiere, einige Aufführungen konnten im Laufe des Jahres dann doch noch stattfinden.

Frau Bultmann und Herr Arnold beschrieben den Schülerinnen und Schülern, wieso sie das Drama überhaupt spielen, wie der Weg von der Stückauswahl zur Premiere ist und auch wie ihre EMILIA GALOTTI aussieht. Sie erklärten zudem, warum das Trauerspiel aus dem Jahre 1772 immer noch an Aktualität besitzt. Es beschäftigt sich nämlich mit einem Thema, das uns momentan in Zeiten von Corona-Beschränkungen alle betrifft: Freiheit bzw. Unfreiheit. Darüber hinaus informierten die beiden über die unterschiedlichen Aufgabengebiete ihrer Berufe sowie ihren Werdegang und teilten der Klasse ihre persönlichen Lieblingsstücke mit.

Dank der Hilfe von Frau Bultmann und Herrn Arnold wurde der Bezug zum Theater und zu „Emilia Galotti“ auf ganz neue und persönliche Weise hergestellt.

Mai 2021

 

 


Delf Scolaire Logo(1)

Am 23. März 2021 überreichten OStD Andreas Rohbogner und StRin Teresa Lorenz vier Schülerinnen und Schülern unserer Schule das DELF-Zertifikat (Diplôme d’Études en Langue Française): Anna-Lena Eizenhammer (Q11), Anna Elsberger (Q11), Bastian Schmid (Q11) und Julian Koppel (9. Jgst.) haben im vergangenen Schuljahr 2019/2020 die DELF-Prüfung erfolgreich abgelegt!

Bei der kostenpflichtigen Prüfung mussten sie ihre Sprachkompetenzen in den Bereichen Hör- und Leseverstehen sowie Schreiben und Sprechen unter Beweis stellen. Für die schriftliche Prüfung kamen sie an einem Samstag in die Schule und absolvierten zudem innerhalb eines festgesetzten Prüfungszeitraums eine mündliche Einzelprüfung.

Aufgrund der Corona-Krise wurden die Prüfungstermine von März/April auf Juni/Juli verlegt. Doch auch unter diesen erschwerten Bedingungen gelang es unseren Schülerinnen und Schülern, alles erfolgreich zu meistern und so halten sie nun ein vom französischen Bildungsministerium ausgestelltes Sprachdiplom in ihren Händen, das weltweit anerkannt und lebenslang gültig ist. Da das DELF-Diplom Französischkenntnisse auf verschiedenen Niveaus des G

emeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) zertifiziert, kann es bei Bewerbungen im In- und Ausland als zusätzliche Qualifikation vorgelegt werden.

So würdigte der Schulleiter bei der Übergabe der Zertifikate ausdrücklich die erbrachten Leistungen der vier Schülerinnen und Schüler und beglückwünschte sie zu ihrem Erfolg.

 Foto DELF 2020

Bei der Übergabe der DELF-Zertifikate: (untere Reihe von links) Anna Elsberger und Anna-Lena Eizenhammer, (mittlere Reihe von links) Julian Koppel und Bastian Schmid
mit Schulleiter Hr. Rohbogner und DELF-Beauftragte Fr. Lorenz

  Theresa Lorenz
März 2021